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20 Zoll in cm: So berechnen Sie die Umrechnung richtig
3. Oktober 2026Eine Siebzig-Quadratmeter-Wohnung mit Gasheizung verursacht 700 bis 1.400 Euro pro Jahr an Heizkosten, je nach Zustand des Gebäudes. Wo Sie in dieser Spanne landen, entscheidet nicht allein die Dämmung. Es entscheidet das, was jeden Tag an der Heizung passiert.
Und genau dort halten sich Ratschläge, die seit Jahrzehnten weitergereicht werden und physikalisch falsch sind. Sieben davon haben wir zum Start der Heizperiode geprüft. Jeder Abschnitt nennt den Irrtum, die Richtigstellung und den Tipp, der daraus folgt. Wer richtig heizen will, sollte diese sieben Sätze kennen. Manche kosten ein paar Euro im Monat. Zwei davon vierstellig.
Mythos 1: „Wer die Heizung tagsüber ganz abdreht, spart am meisten“
Das klingt logisch: keine Wärme rein, kein Verbrauch. Nur kühlen dabei Wände, Estrich und Möbel aus, die abends wieder aufgeheizt werden müssen. Diese Energie ist teurer als die Grundwärme, die Sie über den Tag gehalten hätten.
Dazu kommt ein Risiko. An ausgekühlten Außenwänden schlägt sich Feuchtigkeit nieder, und hinter dem Schrank wächst Schimmel. Die Sanierung frisst mehr Geld, als eine ganze Heizperiode an Ersparnis bringt.
Richtig ist die Absenkung, nicht die Abschaltung. Sie sollten die Raumtemperatur tagsüber und nachts um drei bis vier Grad niedriger einstellen, statt die Heizung abzudrehen. Wer so heizt, kann Energie sparen, ohne dass die Wände auskühlen. Bei längerer Abwesenheit über mehrere Tage genügen 16 Grad Celsius im ganzen Haus, also niedrig, aber gleichmäßig.
Mythos 2: „Die alte Heizung läuft doch noch, ein Tausch lohnt sich nicht“
Dieser Satz ist der teuerste in der Liste. Ein Heizkessel aus den Neunzigern läuft tatsächlich noch, aber er verbraucht für dieselbe Raumtemperatur deutlich mehr Brennstoff als eine moderne Heizung. Zwischen einem alten Konstanttemperaturkessel und heutiger Technik liegen je nach Ausgangslage zehn bis dreißig Prozent Verbrauch.
Rechnen Sie ehrlich zusammen, was so ein Gerät wirklich verschlingt:
- den Mehrverbrauch durch den schlechteren Wirkungsgrad, jedes Jahr aufs Neue,
- Reparaturen an Pumpe, Regelung und Brenner, deren Ersatzteile mit dem Alter knapper werden,
- den CO2-Preis auf Gas und Öl, der 2026 im gesetzlichen Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne liegt und beim Gas bis zu 1,4 Cent pro Kilowattstunde ausmacht, beim Heizöl bis zu 20,7 Cent je Liter,
- und den Aufschlag, den ein Notfall-Tausch im Januar gegenüber einer geplanten Modernisierung im Sommer kostet.
Wer erst reagiert, wenn der Kessel in der kältesten Woche stehen bleibt, entscheidet unter Zeitdruck und nimmt, was gerade lieferbar ist. Günstiger fährt, wer die Alternativen in Ruhe nebeneinanderlegt. Ein nüchterner Systemvergleich zeigt, falls man eine neue Heizung benötigt, welche Technik zum Gebäude, zur Dämmung und zum vorhandenen Netz aus Rohren und Heizkörpern passt.
Mythos 3: „Auf Stufe 5 wird der Raum schneller warm“
Nein. Die Zahlen am Thermostat sind keine Leistungsstufen, sondern Zieltemperaturen für den Raum. Stufe 3 steht für eine Raumtemperatur von 20 Grad Celsius, Stufe 5 für etwa 28 Grad. Das Ventil regelt nur, wann es schließt, nicht wie heiß das Wasser in die Fläche strömt.
Der Raum wird also nicht gleich schneller warm, sondern nur wärmer als gewollt. Weil das Ventil erst spät zumacht, heizen Sie über das Ziel hinaus und reißen dann das Fenster auf. Dieser Reflex frisst die Ersparnis anderer Spartipps auf.
| Stufe | Temperatur im Raum | Passend für |
|---|---|---|
| 1 | rund 12 °C | längere Abwesenheit |
| 2 | rund 16 °C | Schlafzimmer, Flur |
| 3 | rund 20 °C | Wohnzimmer, Arbeitszimmer |
| 4 | rund 24 °C | Bad am Morgen |
| 5 | rund 28 °C | praktisch nie |

Stufe 3 steht für rund 20 Grad Celsius, nicht für halbe Leistung.
Jedes Grad weniger Raumtemperatur spart etwa sechs Prozent Energie, wie die Verbraucherzentrale in ihren Spartipps zur Heizung vorrechnet. Von 22 auf 20 Grad sind das gut zwölf Prozent, ohne dass jemand friert. Wer den Verbrauch ernsthaft senken will, stellt deshalb zuerst die Temperatur richtig ein.
Mythos 4: „Ein gekipptes Fenster lüftet gut“
Ein gekipptes Fenster tauscht die Luft nur langsam, kühlt dafür aber den Bereich rund um die Fensterlaibung dauerhaft aus. So geht Wärme verloren, ohne dass die feuchte Luft wirklich draußen ist. Steht der Heizkörper darunter, heizt er die halbe Zeit ins Freie.
Richtiges Lüften dauert fünf Minuten: Fenster ganz auf, Thermostat vorher zu, danach wieder auf die alte Stufe. Noch schneller geht Querlüften über gegenüberliegende Fenster. Die Luft ist getauscht, bevor die Wände abkühlen. Warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf als kalte, deshalb wandert sie mit der Luft nach draußen statt in die Wand.
So sieht die Routine in der kalten Jahreszeit aus:
- Zwei- bis viermal täglich stoßlüften, morgens nach dem Aufstehen und abends vor dem Schlafen.
- Fenster möglichst komplett öffnen, im Winter fünf Minuten, in der Übergangszeit zehn.
- Thermostat währenddessen herunterdrehen, sonst regelt es gegen die kühle Luft an.
- Nach dem Duschen und Kochen zusätzlich lüften, dort entsteht die meiste Feuchtigkeit.
Zugige Fenster und Türen sollten Sie zusätzlich abdichten, ein Dichtungsband kostet wenig und wirkt sofort. Wie viel Wärme über die Fensterfläche verlorengeht, hängt am Bauteil selbst. Wer ohnehin über einen Austausch nachdenkt, findet in unserem Beitrag über klimafreundliches Bauen mit Aluminiumfenstern die Kennzahlen, auf die es dabei ankommt.

Die sieben Mythen im Überblick, mit Richtigstellung und Sparwirkung.
Mythos 5: „Eine Fußbodenheizung ist träge und teuer“
Träge ist sie, das stimmt. Teuer folgt daraus aber nicht. Eine Flächenheizung gibt Wärme über mehrere Quadratmeter ab und kommt mit einer Vorlauftemperatur von 30 bis 35 Grad aus, während klassische Heizkörper oft 55 bis 70 Grad brauchen. Je höher der Vorlauf, desto mehr Energie zieht der Wärmeerzeuger.
Teuer wird die Fußbodenheizung nur bei falscher Bedienung. Wer sie morgens hoch- und abends herunterregelt, kämpft gegen die Speichermasse im Estrich an. Stellen Sie stattdessen eine gleichmäßige Temperatur ein und lassen Sie sie stehen. Die Nachtabsenkung fällt hier flacher aus, zwei Grad genügen.
Mythos 6: „Wärmepumpen funktionieren nur im Neubau“
Diese Annahme hält sich hartnäckig und hat schon viele Sanierungen ausgebremst. Entscheidend ist nicht das Baujahr, sondern die Vorlauftemperatur, die das Gebäude an den kältesten Tagen braucht. Liegt sie unter 55 Grad, arbeitet eine Wärmepumpe auch im Altbau wirtschaftlich.
Ob Ihr Haus diese Grenze hält, zeigt ein einfacher Test: Vorlauf am Kessel auf 55 Grad begrenzen und beobachten, ob alle Räume warm werden. Vorher hilft ein hydraulischer Abgleich, damit die Wärme im Raum gleichmäßig ankommt und nicht der erste Heizkörper im Strang alles abgreift. Reicht eine Fläche nicht, tauscht man dort gegen ein größeres Modell.
Zwei Punkte gehören in dieselbe Rechnung. Erstens gilt für Konstanttemperaturkessel nach § 72 Gebäudeenergiegesetz ein Betriebsverbot, sobald sie älter als 30 Jahre sind, mit Ausnahmen für Niedertemperatur- und Brennwertkessel. Zweitens sind für den Tausch staatliche Zuschüsse von bis zu 70 Prozent möglich, deren Bedingungen sich allerdings ändern und deshalb vor dem Auftrag geprüft gehören. Nebenbei zahlt sich die Modernisierung beim Verkauf aus, wie unsere Übersicht zeigt, wie sich der Immobilienwert steigern lässt.

Auch im Bestand rechnet sich eine Wärmepumpe, wenn der Vorlauf unter 55 Grad bleibt.
Mythos 7: „Heizkörper entlüften kann man sich sparen“
Ein gluckerndes Geräusch zeigt an, dass Luft im System steckt. Sie verdrängt Wasser, die Fläche wird nur teilweise warm, und die Pumpe läuft trotzdem. Bis zu fünfzehn Prozent der Leistung gehen so verloren, obwohl der Kessel dieselbe Menge Brennstoff verfeuert.
Die Heizung zu entlüften dauert zwei Minuten pro Gerät:
- Thermostat voll aufdrehen und den Heizkörper zehn Minuten laufen lassen.
- Gefäß unter das Ventil halten, Vierkantschlüssel ansetzen und langsam öffnen.
- Warten, bis statt Zischen ein gleichmäßiger Wasserstrahl kommt, dann schließen.
- Danach den Wasserdruck prüfen und bei Bedarf nachfüllen, sonst kommt oben im Haus keine Wärme mehr an.
Einmal zum Start der Heizperiode reicht meistens. Wird eine Fläche trotzdem nicht richtig warm, lohnt der hydraulische Abgleich durch einen Fachbetrieb.
Häufige Fragen zum Heizkosten sparen
Wie viel Grad sollten es in welchem Raum sein?
Im Wohnzimmer 20 Grad, im Arbeitszimmer ebenfalls 20, in der Küche 18 bis 20, im Schlafzimmer 17 bis 18 und im Bad 22 bis 23 Grad während der Nutzung. Kühlere Zimmer halten Sie mit geschlossenen Türen kühl, sonst wandert Feuchtigkeit aus der warmen in die kalte Wohnung.
Welche Maßnahmen sparen am meisten Energie?
Zuerst die kostenlosen: Temperatur richtig einstellen, richtiges Lüften, Heizkörper entlüften. Danach folgen kleine Maßnahmen für 20 bis 100 Euro, etwa Fenster und Türen abdichten oder die Rohre im Keller dämmen, was pro Jahr schnell 50 bis 150 Euro bringt. Größere Maßnahmen wie das Dämmen der obersten Geschossdecke rechnen sich über längere Zeiträume.
Rechnet sich ein programmierbares Thermostat?
Für Räume mit festen Zeiten meistens ja. Ein elektronisches Modell kostet ab etwa 20 Euro und spielt das Geld oft in einer Heizperiode ein, weil niemand mehr das Absenken vergisst.
Wer trägt den Heizungstausch in der Mietwohnung?
Der Vermieter beauftragt und bezahlt, darf einen Teil aber als Modernisierungsumlage auf die Miete legen. Der CO2-Preis wird seit 2023 nach der energetischen Qualität des Gebäudes aufgeteilt, was schlecht gedämmte Häuser für Eigentümer teurer macht. Wie sich der Staat an den Klimakosten beteiligt, ordnet unser Beitrag zum Klimageld für private Haushalte ein.
Das bleibt hängen
- Absenken statt abdrehen, drei bis vier Grad genügen.
- Stufe 3 am Thermostat sind 20 Grad, Stufe 5 macht nichts schneller.
- Fünf Minuten stoßlüften schlägt jedes gekippte Fenster.
- Heizkörper einmal jährlich entlüften und den Wasserdruck prüfen.
- Bei einem Kessel über 25 Jahren den Systemvergleich starten, bevor er ausfällt.
Wer diese fünf Tipps umsetzt, kann die Heizkosten senken, ohne im Pullover auf dem Sofa zu sitzen. Alles Weitere hängt an der Anlage selbst, und die wird mit jedem Jahr, in dem der CO2-Preis höher klettert, wichtiger.
Redaktion listinus.de, Stand September 2026.


